Ua Pou - Hakahetau 12. und 13.3.26

Wie gesagt, es begann mit Tagwachen um 4:55 Uhr. Alle Mann (Felix, Ralf und ich) waren startklar, nur der rechte Motor nicht. Für Felix war es wieder Zeit in die Untiefen des Motorraumes abzutauchen. Trotz aller Anstrengung und Überprüfung der gesamten Elektrik weigerte sich der Motor seinen Dienst zu versehen.

Bei einem Katamaran ist es nicht lustig nur mit einem Motor zu fahren. Das geht zwar (aber langsamer) und man kommt auch weiter, aber er ist dann nicht manövrierfähig. Man braucht beim Anlegen und bei Ankermanövern beide Motoren. Wie bei einem Bagger oder Panzer werden die beiden Motoren oft gegenläufig eingesetzt.

Felix entschied sich dann doch nur mit einem laufenden Motor die Fahrt nach Ua Pou zu beginnen. Mit ca einer Stunde Verspätung begann die Überfahrt, die eine Strecke von 60 Meilen aufwies.

Nach einer Zeit, genau kann ich es nicht mehr sagen, probierte Felix erneut den rechten Motor zu starten und oh, Wunder, plötzlich versah er klaglos wieder seinen Dienst. Die Ursache der anfänglichen Arbeitsverweigerung ist bis dato nicht bekannt.

Die Überfahrt gestaltete sich problemlos. Wir hatten halben Wind bei einer Geschwindkeit zwischen 10 und 24 Knoten und machten beim Surfen der Wellen bis 12 Knoten Fahrt.

Bei der Annäherung an Ou Pau begrüßte uns wieder eine Delphinschule, die uns ca. 10 Minuten begleitete. Es ist immer wieder faszinierend diese Tiere mit ihrer Geschicklichkeit zu beobachten.

Unsere Bucht Hakahetau liegt am Beginn der Westseite der Insel und somit nicht im Schwellbereich der Passatwellen, die auf der Ostseite aufschlagen.

Bei der Annäherung an die Insel sahen wir markante Lavatunnel. Auffallend gegenüber den bisherigen Buchten waren vier markante Türme, die sich durch Lavaausbrüche gebildet haben.

Der Ort in der Bucht selbst ist von sehr überschaubarer Größe, die Bewohner sind wie auch bisher sehr freundlich zu den Gästen. Sie freuen sich sehr, wenn man sie in ihrer Landessprache begrüßt. Kaoha Nui heißt Guten Tag.

Der Ort hat ein Geschäft und eine Gaststätte im bisher bekannten Umfang, das heißt zwei bis drei Tische mit Plastiksesseln. Beide Dinge waren jedoch geschlossen. Am kommenden Sonntag finden Bürgermeisterwahlen in den sechs Orten der Insel statt. Es wird auch ein Bürgermeister für die gesamte Insel gewählt.

Bei unserem ersten Landgang bemerkten wir eine Ansammlung von vielen Personen, die sich unter einem überdachten Versammlungsplatz eingefunden hatten. Es herrschte fröhliche Stimmung und wir konnten einem von nahezu allen gesungenen Lied zuhören. Es stellte sich heraus, dass dies die Abschlussveranstaltung einer Partei war, die sich durch grüne T-Shirts und Plakate zu erkennen gab. Gemeinsam, mit Begeisterung singen, wäre auch eine gute Alternative für die gängigen Parteiveranstaltungen bei uns zu Hause 😅!

Eine neue Form des Sonnenunterganges läutete das Ende des Tages ein. Zum Abendesssen gab es Zwiebelsuppe mit Käse überbackenen Baguettscheiben.

Das nunmehr übliche Würfelspiel brachte einen neuen Sieger, genauer gesagt eine neue Siegerin. Lis hat gewonnen.

Der nächste Tag, also Freitag der 13.3., zeigte uns in der Früh alle vier Lavaschlote. Lis, Ralf und ich entschlossen uns am späten Vormittag auf Empfehlung vom Skipper zu dem in der Nähe befindlichen Wasserfall zu gehen.

Wie bereits vorher und auch in anderen Orten stellten wir fest, dass die Dorfgemeinschaft sehr darauf bedacht ist, den Ort sauber zu halten. Man findet keinen Müll und auch die Gärten sind sauber gehalten. Abgestorbene Zweige und Äste werden entsorgt.

Die Straße durch den Ort ist kurz, der Weg zum Wasserfall weist über eine längere Strecke die Form eines Landweges mit zwei Fahrrinnen auf. Die Temperatur von zumindest 30 Grad brachte uns schnell zum Schwitzen. Wir freuten uns aber über das über weite Strecken vorhandene Blätterdach des urwaldähnlichen Bewuchses.

Nach ca. 50 Minuten gemütlichen Gehens hatten wir den Wasserfall erreicht. Er hatte auch einen schönen Tümpel gebildet, in dem man herrlich baden konnte.

Schwimmen im Süßwasser ist schon etwas besonderes. Nach dem Baden entdeckten wir einen Aal, der sich auch auf den Weg zum Wasserfall gemacht hatte. Lis gelang es ihn zu berühren, was ihn gar nicht verschreckte.

Den Nachmittag verbrachten wir drei auf dem Boot, Gabriela und Felix machten sich ihrerseits zum Wasserfall auf, der ihnen auch sehr gut gefiel.

Am späteren Nachmittag versuchten Ralf und ich uns auf dem Flitebord. Stehen gelang uns noch nicht, aber wir sind gut im “ins Wasser stürzen”. Wir geben aber noch nicht auf.

Zum Abendessen servierte uns Gabriela Spaghetti mit einer leckeren Soße. Beim abendlichen Würfelspiel gewannen diesmal Gabriela und ich 😎.

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Nuku Hiva - Hooumi 14.-15.03.26

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Tahauata - Bucht Vahitau 2.Tag