Wenn du durch Wasser gehst …

… will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen (Jesaja 43,2)

Diesen Spruch aus der Bibel hat mir ein Freund zu meinem vergangenen Geburtstag auf seiner Glückwunschkarte gewidmet (Danke, Gerald! 😎). Zu diesem Zeitpunkt hatte er meine Pläne für die Pazifiküberquerung schon gekannt. Dieser Spruch begeleitet mich seit diesem Zeitpunkt im Zusammenhang mit unserem Projekt.

Ja, am 14.2.2026 ging es dann um 13:13 Uhr wirklich los. Zuvor hatte noch ein Gruppe von fünf Offiziellen der Galapagosinseln unser Boot im Zuge der Ausklarierung penibel kontrolliert und fotografiert. Sämtliche Räumlichkeiten, auch die Motorräume wurden inspiziert und die Fahrtüchtigkeit des Bootes und die Vollzähligkeit der Ausrüstung kontrolliert. Nach einer dreiviertel Stunde verließen sie uns wieder und wünschten uns eine gute Reise.

Anker auf, wir verlassen die Bucht von Puerto Ayora auf der Insel Santa Crux und wenden uns nach Westen zu. Wir passieren die Insel Isabela und vor uns liegt der Pazifik.

Er macht zu diesem Zeitpunkt seinem Namen “Stiller Ozean” alle Ehre. Der Wind hat eine Stärke von 6 bis 7 Knoten und kommt nach dem Passieren der Insel als “Halbwind” von Backbord (links 😊). Das Meer ist ruhig, die Dünung gering. Um eine Marschgeschwindgkeit von ca. 6 Knoten zu erreichen, schaltet der Skipper den Steuerbordmotor ein und läßt ihn auf 1200 Touren laufen. Als Besegelung sind Genua und Großsegel gehisst. Der scheinbare Wind (Resultierende aus wahrem Wind und Fahrtwind) ist etwas vorlicher, sodass dem Skipper die Verwendung des Genakers noch nicht sinnvoll erscheint.

Mit der Zeit kehrtf Ruhe und Gelassenheit ein. Zeit die beiden Angelruten zu aktivieren. Die Gedanken gehen dabei zurück an die Antlantiküberquerung 2024, bei der wir während der zweiwöchigen Überfahrt keinen einzigen Fisch gefangen hatten. Angebissen hatten wohl drei Fische, die es jedoch geschafft hatten jeweils die Anglersehnen abzureissen, obwohl diese angeblich für schwere Fische geeignet waren. Vor diesem Hintergrund waren wir gespannt, ob sich während unserer zumindest dreiwöchigen Fahrt bis zu den Marquesas ein Fisch fangen lassen würde.

Am späten Nachmittag kam dann Stress auf. Plötzlich hieß es: ein Fisch hat angebissen. Der Skipper hatte eine viertel Stunde zu tun um den Fisch, ein Tunfisch, wie sich später herausstellte, an Bord zu bekommen.

Noch während der Tunfisch filetiert wurde biss ein weiterer Fisch an. Wir vermuteten, dass es sich wieder um einen Tunfisch handeln würde, es war jedoch ein herrliche Goldmakrele.

Auch sie wurde filetiert, was Felix mit Ralf gemeinsam machte. Eine Forelle zu filetieren ist einfacher. Die Filets kamen in den Kühlschrank, der Rest von den Fischen ins Meer, ebenso das Blut der beiden Fische, das mit dem Wasserschlauch von Bord gespritzt wurde.

Zum Abendessen gab es “Mediterranes Huhn”, das von Gabriela hervorragend zubereitet wurde. Es blieb nichts übrig, was als Lob für die Köchin zu verstehen ist.

Ein herrlicher Sonnenuntergang leitete die Abenddämmerung ein.

Die Wacheinteilung für die Nacht wurde festgelegt. In der Reihenfolge Felix, Ralf und Reinhard wurden die Wachzeiten 21:00 bis 24:00 Uhr, 00:00 bis 03:00 Uhr und 03:00 bis 06:00 Uhr übernommen.

Unangenehm war die Feststellung, dass das Radar, das zuvor noch klaglos funktionierte, nunmehr plötzlich seinen Dienst verweigerte. Die allfällige Annäherung anderer Schiffe könnte zwar auch über das AIS (AIS steht für „Automatic Identification System“ und bezeichnet ein Schiffsverfolgungs- und Aufspürsystem zum automatischen Austausch von nautischen, reisebezogenen und anderen Schiffsdaten) festgestellt werden, das Entstehen von sogenannten Squalls (kurze heftige Gewitter) in der Nacht aber nicht. Diese traten in der Nacht aber auch nicht auf. Der Skipper wird versuchen das Radar über Fernwartung mit Claus, dem Techniker von der Atlantiküberquerung, wieder in Gang setzen zu können.

Alles in allem, ein spannender Beginn unseres Abenteuers.

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Tag 1 - 15.02.2026

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Ausflug nach Seymour Island