Tag 8 - 22.2.2026

🧭 Navigation

  • Startposition 21.02.26, 18:25 Uhr: 5°20′9″ S  108°4′15″ W

  • Endposition 22.02.26, 20:20 Uhr: 5°46′24″ S  110°50′3″ W

  • Kurs: 245°

  • Tagesmeilen: 167 sm

  • Geschwindigkeit: 9-15 kn

🌤️ Wetter & See

  • Wind: 12-17kn

  • Wellen: 1,5 m

  • Bewölkung / Wetter: 5-7/10, trocken

  • Temperatur: 28°

Am Morgen beim Rundgang ums Boot bemerkten wir, dass sich während der Nacht wieder Besucher bei uns eingefunden hatten. Diesmal waren es fliegende Fische und Tintenfische in verschiedenen Größen.

Leider mussten sie feststellen, dass eine “Kreuzfahrt” ihnen doch nicht bekommt, weshalb wir sie nur mehr leblos aufgefunden hatten.

Dass fliegende Fische, die wir von der Brücke aus vor unsrem Boot immer wieder beobachten konnten, bei ihren Flügen in der Nacht auch auf dem Schiff landen, hatte ich schon bei meiner Atlantiküberquerung 2024 mitbekommen. Tintenfisch an Bord waren jedoch etwas Neues.

Wie kommen Tintenfische an Bord? Diese Frage stellten wir uns. Bei Nachforschungen wurden wir darauf hingewiesen, dass sich Tintenfische im Wasser nach dem Rückstoßprinzip fortbewegen, insbesondere dann, wenn es schnell gehen muss. Sie saugen Wasser an und stoßen es durch Kontrahierung wieder aus, wobei sie dabei eine Düse benützen mit der sie auch die Richtung, in die es gehen soll, bestimmen können. Auf diese Weise gelingt es ihnen auch aus dem Wasser zu springen.

Angelockt werden sie in der Nacht durch Licht. Wir gingen davon aus, dass unserere Navigationsbeleuchtung, insbesondere das Buglicht für sie interessant ist. Wenn man in der Nacht mit der Taschenlampe ins Wasser leuchtet fallen einem helle Lichtpunkte auf, die gar nicht so klein sind. Es sind dies die Augen der Kalamari, die unseren Lichtstrahl reflektieren. Wenn man einige Zeit den Lichtstrahl ins Wasser hält, fallen einen zahlreiche dieser Lichtpunkte auf. Wir waren überrascht welche Anzahl von kleinen Tintenfischen so festzustellen waren. Bei einigen Tintenfischen konnten wir auch Sprünge aus dem Wasser beobachten. Zu diesem Zeitpunkt hat es jedoch keiner von ihnen zu uns aufs Boot geschafft.

Frühstück beginnt bei uns zwischen 08:30 und 09:00 Uhr. Fast immer sitzen wir gemeinsam am Tisch, der reich gedeckt ist. Felix und Gabriela verzichten auf ein Mittagessen, für Lis, Ralf und mich gibt es eine Kleinigkeit. Zu Abend wird von Gabriela dann groß aufgekocht, was ihr an den bisherigen Tagesberichten sicher schon gemerkt habt.

Heute war der Tag, an dem wir den Wingaker zum ersten Mal gesetzt haben. Es ist das größte Segel, das wir an Bord haben und eignet sich besonders bei Vorwindkurs, kann aber auch bei raumen Wind dynamisch gesegelt werden. Das Setzen dieses Segels ist auf Grund seiner Größe (125 m2) und seiner statischen Fixierung an nur einem Punkt (die beiden Schothörner, also die beiden unteren Enden des Segeldreiecks, werden nur von Leinen gehalten) eine Herausforderung und die Führung des Segels durchaus eine Kunst. Aber wie immer gilt: “Übung macht den Meister” und “Alles, was man kann, geht leicht”.

Belohnt wurden wir dann von einem farbenfrohen Segel, das unseren Katamaran dann mit ca. 6 bis 7 Knoten durch das Meer zog.

Ein wunderschöner Anblick, den ich auch mit der Drohne festhalten konnte. Die Landung der Drohne auf einem fahrenden Schiff, mit einem Wind, der noch schneller weht als das Schiff fährt, war eine Herausfordung und mit Stress verbunden. Diesmal gelang es mir jedoch mit etwas Glück die Drohne nicht zu versenken 😎, was schon vorgekommen ist 😩.

Den Wingaker sind wir bis zum Sonnenuntergang gesegelt. Beim Einholen dieses Segels machte Felix jedoch ein unangenehme Entdeckung. Die große ca. 15cm lange Schraube, die den Mastbaum am Großmast fixiert, hatte sich ca. 3 cm aus ihrer Position, in der sie sich befinden sollte, nach unten bewegt. Sie hielt sich anscheinend nur noch in einer der letzten Windungen. Als Ursache ergab sich, dass der Splint, der diese Schraube sichern sollte, nicht vorhanden war. Felix ging davon aus, dass dieser bei der letzten Mastreparatur, die er vor der Pazifiküberquerung in Grenada durchführen ließ, nicht mehr eingesetzt worden ist.

Es war für uns kaum vorstellbar, was geschehen wäre, hätte sich die Schraube zur Gänze gelöst. Der Mastbaum wäre mit dem eingezogenen Großsegel auf die Brücke bzw. das Deck des Katamarans gefallen. Wie wir dieses Problem dann gelöst hätten steht in den Sternen. Nicht in den Sternen stand jedoch für uns, dass das rechtzeitige Entdecken dieses Problems als großer Segen für uns einzuordnen ist. Praise the Lord!

Die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Zustandes dauerte eine gut halbe Stunde und erforderte ein große Menge handwerklichen Geschicks, das Felix und Ralf an den Tag legten.

Für die anschließende Fahrt durch die Nacht führten wir die Genua neben dem mit Reff 1 gesetzten Groß. Das Kreuz des Südens war auch in dieser Nacht klar zu sehen. Mein Blick ging immer wieder zu ihm.

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