Tag 11 - 25.2.2206

🧭 Navigation

  • Startposition 24.02.26, 22:37 Uhr: 6°40′54″ S  115°53′27″ W

  • Endposition 25.2.26, 20:00 Uhr : 7°5′42″ S  118°23′8″ W

  • Kurs: 245°

  • Tagesmeilen: 151 sm

  • Geschwindigkeit: 6-9 kn

🌤️ Wetter & See

  • Wind: 10-25kn

  • Wellen: 1,5- 2,5 m

  • Bewölkung / Wetter: 3-10/10, trocken

  • Temperatur: 28°

Der 11. Tag unsrer Reise seit dem Ablegen von den Galapagosinseln ist zu Ende gegangen. Heute ist von keinem besonderen Ereignis zu berichten. Wir haben auch keinen weiteren Fisch gefangen, was leicht zu erklären ist. Eine Angel ist gestern beim Fang des Wahoo in drei Teile zerbrochen und die zweite Angel hatten wir nicht in Verwendung. Unsere Fischvorräte sind reichlich, sie füllen Kühl- und Gefrierschrank.

Bordroutine macht sich breit. Essen, schlafen, Wache gehen, dazwischen lesen, Podcast hören, Gespräche.

Heute ist eine gute Gelegenheit euch unseren Skipper Felix Foster etwas näher vorstellen.

RF: Felix, wir sind jetzt nahezu 2000 Meilen von den Galapagosinseln entfernt, die Marquesas liegen noch ca. 1000 Meilen vor uns. Dass Ralf, Lis und ich jetzt hier sind, verdanken wir der Einladung von dir und deine Frau Gabriela. Wie kommt es dass du jetzt mit deinem Boot hier bist?

Felix: Das ist das Ergebnis eines Buches von Wolfgang Hausner, das ich mit ca. 14 Jahren gelesen habe. Das Buch beschrieb die Reise eines Mannes mit seinem Segelboot um die Welt und faszinierte mich. Es hat in mir den Wunsch geweckt, das auch zu machen und so bin ich jetzt hier.

RF: Du bist jetzt 65 Jahre und seit fünf Jahren nicht mehr berufstätig, was hast du zwischen Abschluss deiner Schulzeit und dem Beginn deines Ruhestandes gemacht?

Nach dem Abschluss meiner AHS Matura machte ich noch ein zweijähriges HTL-Kolleg für Tiefbau. Ich bin dann nach Absolvierung des Präsenzdienstes in den väterlichen Betrieb, einem Bagger- und Kranunternehmen eingestiegen. Ich übte alle handwerklichenTätigkeiten in der Firma aus, und spezialisierte mich dann auf den Bereich der Rammgeräte, mit denen Spundwände in die Erde getrieben werden, um Baugruben vor Überflutung zu bewahren. In meiner beruflichen Zeit wuchs das Unternehmen von 20 auf 40 Mitarbeiter, das unsere Tätigkeit sowohl in Österreich als auch in Deutschland sehr nachgefragt war.

Was mich schon immer interessierte war das Kennenlernen anderer Länder und so nutzte ich meine beschränkte Urlaubszeit stets um andere Erdteile zu erkunden, soweit es Familie und Beruf erlaubten.

RF: Das Meer hat dich schon immer fasziniert?

Das Meer hat mich schon als Zehnjährigen interessiert. Bald hatte ich ein Schlauchboot mit Motor, mit dem ich Küstenbereiche erkundete.

RF: Dein Katamaran trägt den Namen El Greco IV, was hat es davor gegeben?

El Greco, der Grieche, kommt von meiner Vorliebe für Griechenland als Urlaubsgebiet. Ursprünglich mieteten wir Ferienhäuser, dann kam ein 6-Meter Motorboot, die El Greco I dazu, das ich auf einem Trailer hinter dem Wohnmobil nach Griechenland zog. Auf diesem Boot erkundete ich mit meiner Frau und unseren drei Kindern das Ionische Meer, fallweise auch die dalmatinische Küste.

In weiterer Folge wurde ein 8m-langes Kajütmotorboot, die El Greco II gekauft, das gerade noch trailerbar war. Mit diesem Boot fuhr ich auf der Donau, der Adria, dem ionischen Meer und der Ägäis.

Um mich nautisch weiterzubilden entschloss ich mich beim Yachtclub Braunau/Simbach das Schiffsführerpatent für den Fahrtenbreich 2 zu machen. Als Clubmitglied eines Segelvereins wurde ich von meinen Clubmitgliedern als Motorbootfahrer natürlich belächelt. Allerdings musste ich feststellen, dass diese “Überheblichkeit” sich doch etwas verringerte, wenn die Kollegen Gelegenheit hatten mit mir am Motorboot mit 24 Knoten über das Wasser zu gleiten.

Gelegentlich charterte ich aber Segelkatamarane, blieb aber aus Zeitgründen Motorbootfahrer, weil ich mit diesen in der gleichen Zeit weitere Strecken zurücklegen konnte.

Die Folge war der Ankauf eines Motorkatamarans, El Greco III, mit Heimathafen in Monfalcone und Urlaubsgebiet Greichenland. So lernte ich auch die Adria gründlich kennen.

RF: Was hat dich zum Umstieg vom Motorboot aufs Segelboot bewogen?

Zum einen der doch etwas tiefe ökologische Fußabdruck, den der Verbrauch von 24.000 l pro Jahr Diesel hinterlässt. Das ist keine kleine Menge, aber grundsätzlich ist zu sagen, dass dies für ein 17-Tonnen Motorboot noch gering war. Zum anderen war es aber auch die Bereitschaft meiner Klubkollegen, mein Boot dorthin zu überstellen, wo ich Urlaub machen wollte.

Beim Ankauf der El Greco IV, einer Lagoon 450 F, spielte für mich sowohl der vorhandene Platz eines Katamarans, als auch der Umstand, dass dieser eine Flybridge (ähnlich einem großen Motorboot) hatte, ein große Rolle. Dieses Schiff kaufte ich im Jahr 2011 und übernahm es in Frankreich, in Les Sables. Die Überstellung nach Griechenland machte ich gemeinsam neben anderen mit meinen Freuden Gerhard und Claus, denen ich sehr viel zu verdanken habe. Sie halfen mir mit ihrem Fähigkeiten die doch zahlreich vorhandenen Mängel des Bootes zu beheben und Verbesserungen einzubauen. Das ermöglichte mir unbeschwerte Urlaubsfahrten.

RF: Der Wunsch des 14jährigen Felix auch eine Weltumsegelung auf einem Katamaran durchzuführen ist über die Jahrzehnte aber geblieben?

Der Beginn der Umsetzung dieses Wunsches erfolgte, als das Ende meiner beruflichen Tätigkeit absehbar war. Gesundheitlich hatte ich keine Einschränkung und so begann die Erfüllung meines großen Traums mit der Fahrt 2023 von Korfu nach Sardinien, Sardinien nach Madeira, Madeira nach Kanaren. 2024 von den Kanaren zu den Kapverden, mit einem Abstecher nach Gambia (Afrika) und wieder zurück zu den Kapverden. Zwischen den einzelnen Etappen gab es immer wieder “Heimaturlaub”. Im März 2024 folgte dann die Atlantiküberquerung mit Ankunft in Barbados. Anschließend überwinterte die El Greco IV in Grenada. 2025 befuhr ich mit meiner Frau Gabriela und verschiedenen Freunden die Bereiche der kleinen Antillen. Im November 2025 ging es von Grenada über Curacao nach Panama. Durch den Panamakanal ging es im Jänner 2026 auf den Pazifik zu den Galapagosinseln. Dort starteten wir dann unsere gemeinsame Reise zu den Marquesas.

RF: Wie beurteilst du unsere bisherige Reise?

Ich empfinde sie als sehr gemütlich. Meine Frau und ich haben angenehme Mitreisende und die Wetterbedingungen passen auch. Zwar brauchten wir am Anfang die Unterstützung eines Motors, doch seit einigen Tagen bläst uns ein brauchbarer Wind unserem Ziel entgegen, das wir, wie es zur Zeit aussieht, im Zeitplan erreichen werden. Zu den Galapagosinseln möchte ich noch sagen, dass ich schon drei Mal auf diesen war und ich unbedingt auf eigenem Kiel noch eine Mal zu diesen kommen wollte. Die Tier- und Pflanzenwelt ist schon etwas Besonderes. Mit der Ankunft der El Greco IV vor einigen Wochen auf den Galapagosinseln habe ich mir einen meiner Lebensträume erfüllt.

Zum Abschluss möchte ich mich nochmals bei Gerhard und (C)laus bedanken, die mir mit ihrem Geschick und technischem Knowhow auf meinem Boot mit seiner vielfältigen und komplizierten Technik das Leben hier sehr erleichtert haben. Mein Dank gilt auch allen Mitfahrenden, die mich mit diesem schönen Schiff auf vielen Teilstrecken begleitet haben, insbesondere den Commodores Christian (p.c.) und (K)laus. Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Gabriela, die sich nach anfänglicher Skepsis über meine Freiheitsträume, immer mehr begeistern konnte, mich auf dieser Art von Reisen zu begleiten.

Was diesen Reiseabschnitt betrifft gilt mein Dank besonders Reinhard, der viel Arbeit damit verbringt, diese Fahrt zu dokumentieren. Es ist für uns eine schöne Erinnerung und auch für viele zu Hause eine tolle Möglichkeit uns in ein einem gewissen Ausmaß zu begleiten.

P.S. Heute gibt es kein Video.

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